Gründung / Ziele

 

1970   beschloss Gerhard Vogt, 1. Vorsitzende des Bund Deutscher Zupfmusiker, Landesverbandes Bayern, die Gründung eines

Bayerischen Jugendzupforchesters (BJZO).

Bei der bayerischen Landestagung wurde diese Gründung sehr begrüsst.

Das überregionale Jugendorchester aus Mandolinen- und Gitarrenspielern sollte bei repräsentativen Veranstaltungen auftreten, beispielgebend für eine moderne Laienorchesterarbeit sein und leistungsfördernd auf die einzelnen Zupforchester und Spielkreise wirken. Die Musik des Orchesters sollte ausserdem anregend wirken auf Musikschulen, Privatmusiklehrer und Komponisten.

Während zwei bis drei jeweils einwöchigen Arbeitsphasen wurden Stücke einstudiert, neue Spieltechniken vermittelt und Auftrittsgelegenheiten wahrgenommen.

 

Unter Leitung von Gerhard Vogt gab das Orchester am 04.04.1970 sein Debutkonzert in Haßfurt:

 
Zeitungsausschnitt vom April 1970

Durch eine rege Konzerttätigkeit während den darauffolgenden Jahren konnte sich das Orchester einen guten Ruf erwerben; sein Programm wurde vielfältiger, das Können steigerte sich weiter.

Bald wurden Rundfunkaufnahmen zum festen Bestandteil der Orchesterarbeit. Man umrahmte große Festlichkeiten, spielte auf Musikfesten (Mitwirkung bei Landes- und Bundesmusikfesten), und warb in der Öffentlichkeit für dieZupfmusik.

1976  wurde eine Schallplatte aufgenommen,
1978 die erste Konzertreise nach Österreich unternommen.

Konzertprogramm für die Konzerte in Eichstätt,
Ingolstadt und Neuburg im Mai 1976

 

Der ab 1977 leitetende Dirigent Friedrich Ulrich formulierte die
Zusammensetzung und Ziele des Orchesters wie folgt:

"Das Orchester besteht zur Zeit aus ca. 30 Spielern im Alter zwischen 14 und 23 Jahren, darunter zahlreichen Preisträgern des Wettbewerbs ‚Jugend musiziert‘, die dort ihre musikalische Qualifikation auch als Solospieler unter Beweis stellen konnten. Ein Teil der Spieler setzt sich aus Schülern zusammen, der andere erhält eine musikalische Berufsausbildung. Das Orchester bietet besonders begabten jungen Gitarren- und Mandolinenspielern Gelegenheit, ihr Können auch in einer grössren Musiziergemeinschaft unter Beweis zu stellen und dort ihre Spieltechnik und musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten weiterzuentwickeln. Durch seine Konzerttätigkeit und durch Rundfunk und Schallplattenaufnahmen möchte das Orchester eine grössere Öffentlichkeit mit der klanglichen Vielfalt und dem aussergewöhnlichen Reiz des Zusamenwirkens von Zupfinstrumenten bekanntmachen und demonstrieren, auf welch hohem Niveau musizieren mit diesem Instrumen- tarium möglich ist. Das Orchester will denjenigen, die selbst Mandoline oder Gitarre spielen, Anregung bieten, selbst Spielkreise oder Orchester mit Zupfinstrumenten aufzubauen, sowie bereits bestehenden Ensembles Orientierungshilfen für Stückauswahl und Interpretation geben."

 

 

1980    beschloss man, die Organisationsform des Orchesters zu ändern.
Es nannte sich nun

Bayerisches Landeszupforchester (BLZO)

und zog folgenden Änderungen nach sich:

Die Einschränkung des Spielerkreises auf Jugendliche entfiel. Somit wurde insbesondere den Orchesterleitern die Möglichkeit zur Mitwirkung und damit zu einer sehr praxisbezogenen Form der Weiterbildung gegeben.

Seit dieser Zeit setzt sich das Orchester aus hochqualifizierten Mandolinen- undGitarrenspielern, ausgewählt aus den regionalen Zupforchestern, aus Landes- und Bundessiegern des Wettbewerbs ‚Jugend musiziert‘ und aus Spielkreis- und Orchesterleitern der regionalen Zupforchester zusammen.


Die Leitung blieb vorerst bei Friedrich Ulrich, der mit diesem Konzertorchester die Absicht hatte, ein breites Publikum mit dem ungewöhnlichen Reiz und der klanglichenVielfalt orchestraler Zupfmusik im E-Musiksektor vertraut zu machen.

 

Programm des BLZO zum Bundesmusikfest in Mannheim 1982
 

 

1987   übernahm Gerhard Vogt die Leitung des BLZO.

Mit Hilfe von Dozenten sollte die musikalische Arbeit im Vordergrund stehen, das Hauptziel war in den ersten Arbeitstagungen das Erarbeiten eines Konzertprogrammes, das repräsentativ das Schaffen mit Zupfinstrumenten darstellte. Grosser Wert wurde dabei auf die Wiedergabe moderner Werke gelegt, die von zeitgenössischen, noch lebenden Komponisten geschaffen wurden.

Konzertprogramm zum Konzert des BLZO am 31. Oktober 1994 in Nürnberg

 

 

Ab 1998   leitete Elke Tober-Vogt das BLZO. Ihre Zielsetzung war dreigeteilt, was die Programmgestaltung des Orchesters betrifft: Ein Drittel sollte anspruchsvolle zeitgenössische Musik sein, ein Drittel Literatur, die man auch im Heimatorchester verwerten kann und ein Drittel Literatur  fürs "Publikum". Schwerpunkt lag aber auf der zeitgenössischen Literatur. 
Das Orchester sollte sich dabei immer auf möglichst hohem Niveau bewegen und vor allem, wenn repräsentative Auftritte anstehen, spielen.

 

Die Zielsetzungen und Aufgaben des BLZO sind heute:

1.  Die Weiterentwicklung der musikalischen Inhalte der Zupfmusik
Das Orchester soll eine moderne Spielweise und Anschlagstechnik erarbeiten und wertvolle Originalliteratur interpretieren und verarbeiten. Durch eine enge Zusammenarbeit mit Komponisten sollen neue Werke für Zupforchester initiiert werden; insbesondere sollen die Möglichkeiten des Zusammenspiels auf Zupfinstrumenten ausgelotet werden, was sowohl die Einbeziehung von Solo- und Zusatzinstrumenten beinhaltet als auch Gesang, Tanz und Chor.

2.  Heranbildung und Förderung von Multiplikatoren
Mit der Heranbildung und Förderung von Multiplikatoren wird angestrebt, dass die Arbeitsergebnisse der LZOs Eingang in die musikalische Breitenarbeit der Orchester finden. Darüber hinaus wird versucht, für alte und neue Werke, für folkloristische und konzertante Werke Interesse und Verständnis zu wecken. Schließlich wird das Empfinden für eine werk- und instrumentengerechte Interpretation geschult.

3.  Werbefunktion für die Zupfmusik in der Öffentlichkeit
Das BLZO soll die musikalische Arbeit des BDZ der Öffentlichkeit durch Rundfunkaufnahmen, Schallplatten- bzw. CD-Produktionen, Konzerte und Workshops exemplarisch demonstrieren. Insbesondere sollen die Möglichkeiten des Zusammenspiels auf Zupfinstrumenten dargestellt sowie wertvolle Originalliteratur für Zupforchester erarbeitet werden.

 

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Eröffnungskonzert zum Internationalen Musikwettbewerb 1999
02.11.1999, Rathausdiele Schweinfurt

 

 

Seit 2001  leitet Dominik Hackner das Bayerische Landeszupforchester