87. Arbeitstagung - Ostern 2006

 

Beginn: Freitag, 07.04.06, Anreise ab 17:00 Uhr, Probe 19:00 Uhr
Ende: Sonntag, 09.04.06, ca. 17:00 Uhr
Tagungsort: Bayerische Musikakademie Alteglofsheim
Leitung: Dominik Hackner (künstlerisch)
Bianca Brand (organisatorisch)
Programm
für Konzert:
- Raimo Kangro: Modus op. 49 a für Klavier und ZO
- Valdo Preema: Epigonics 2
- Rami Al-Regeb: Sug Al-Safafir in Fall
- Valdo Preema: Sincerley
- Eduardo Angulo: Il sogno del pesciolino
- Antonio Vivaldi: Konzert G-Dur für zwei Mandolinen und ZO
- Antonius Streichardt: Tre pezzi concertante für Mandola und ZO
Konzert Sonntag, 09.04.06, 10:30 Uhr, Konzertsaal der Musikakademie

 

 

Ein Bericht über das Konzert des BLZO:

Rund 150 Zuhörer fanden den Weg in die Bayerische Musikakademie Alteglofsheim, wo das Bayerische Landeszupforchester unter der Leitung von Dominik Hackner am 9. April ein niveauvolles Programm und Ausschnitte der erst kürzlich auf CD eingespielten Werke darbot. Der Dirigent hatte seine Musiker während der Proben an diesem Wochenende für dieses Konzert vorbereitet und zeigte von Beginn an Engagement und großen Einsatz. Mit genauen Angaben, aber auch musikalischem Feingefühl konnte er jederzeit seine Musiker zu Höchstform motivieren.

Mit dem bekannten Konzert in G-Dur von Antonio Vivaldi eröffnete das Orchester das Matinee-Konzert äußert schwungvoll. Die beiden Solistinnen an der Barockmandoline, Gertrud Weyhofen und Bianca Brand waren bestens aufgelegt und brillierten mit ihrem Part, begleitet vom Zupforchester (Hörprobe - Livemitschnitt aus dem Konzert!).
Anschließend konnten die Zuhörer einen Rundgang auf dem Markt der Kupferschmiede miterleben. Mit "Sug Al-Safafir in Fall" präsentierte das Orchester ein Werk, dessen Komponist Rami Al-Regeb – gebürtiger Iraker – arabische Elemente mit westlicher klassischer Musik kombinierte. Beim Lärm des Marktgeschehens entstehen harmonische Klänge, die von den arbeitenden Schmieden erzeugt werden. Nicht selten entsteht eine rhythmische Folge von Klangelementen, die wie das Zusammenspiel eines Orchesters wirkt.

Mandola-Klänge begeisterten das Publikum beim anschließenden "Tre pezzi concertante" von Antonius Streichardt. Im aufgeführten zweiten Satz "Canzona e burletta" konnte Bianca Brand an der Solomandola sowohl in den einfühlsamen, langsamen Passagen überzeugen, als auch in schnellen Teilen mit Spielfreude und Virtuosität die sonoren und schönen Klangeigenschaften der Mandola darlegen.


 

Sabine Spath vergrößerte anschließend den Farbenreichtum des Zupforchesters. In den vier Modi für Klavier und Zupforchester von Raimo Kangro zeigte die Solistin am Flügel große Fingerfertigkeit und wußte auch mit percussiven Anschlagstechniken geschickt umzugehen. Ein homogener Klang zwischen Klavier und Zupforchesterpart – geprägt von urtümlicher Volksmelodik und ostinaten Rhythmen. Auch die Gitarre konnte noch als Soloinstrument, in Verbindung mit Zupforchester gehört werden. Der junge Gitarrist Heiko Holzknecht beschrieb im ersten Satz des Werkes "Il sogno del pesciolino" von Eduardo Angulo mit viel Gefühl die Geburt des Fisches Alevin und Millionen seiner Artgenossen. Dabei konnte er, bestens unterstützt vom Orchester auch den tänzerischen Charakter des Werkes hervorholen und verstand es mit viel Spielfreude, den Funken zum Publikum überspringen zu lassen. Engagiert und perfekt einstudiert begeisterten die Stücke die Zuhörer. Zum Schluß spielte das Orchester "Epigonics 2", ein Werk das Einflüsse aus der Popularmusik erkennen läßt. Großer Beifall belohnte die Musiker und Dirigent für ihre tolle Leistung. Als Zugabe erklang Sincerly von Valdo Preema.